Kategoriearchive: Windows Server/Client

Dovecot, Postfix – Mit LDAP zum Active Directory

Postfix, Dovecot, MS AD

Heute gibt es einen Artikel zu Dovecot, Postfix und die Anbindung an ein Active Directory via LDAP.
Verwendet habe ich Debian Jessie (da schon „bald“ stable) sowie Microsoft Windows Server 2012 R2.

Dovecot sollte in Version >=2.1 vorliegen, um Postfix müssen sich die wenigsten Gedanken machen. Ich denke, dass alle Distributionen eine Version ausliefern, die aktuell genug ist.

Ich gehe an vielen Stellen nicht so sehr ins Detail, wie es sich viele vielleicht wünschen. Besonders die allgemeine Konfiguration von Dovecot und Postfix lasse ich größtenteils aus oder erkläre sie einfach nicht weiter (sorry).
Ich denke, dass ich mit diesem Artikel viele offene Fragen zu Linux-Mailserver + Active Directory klären- oder zumindest in die richtige Richtung stoßen kann.
Die Syntax sieht ab und zu wild aus, ist aber gar nicht so schwer. Es braucht einfach etwas Zeit.
Seid mir nicht böse, dass auf den Screenshot „dc=debinux“ und nicht „dc=domain“ zu sehen ist… ;-)

Was in diesem Setup ebenso möglich ist, ist das Erstellen von Gruppen innerhalb der OU „People“ (im Verlauf beschrieben…) mit einer E-Mailadresse, deren Mitglieder diese Mails empfangen.
Eine Quota wird ebenso mit einem (benutzerdefiniertem) Attribut aus dem Active Directory ausgelesen.
Weiterlesen

Microsoft Lync 2013: Zugewiesene Rufnummern anzeigen

Ein sehr nützliches Powershell-Script der beiden Autoren Lasse Nordvik Wedø und Ståle Hansen (lyncnumbers.net).

Ich halte mich gewohnt knapp und bschränke mich auf die Syntax der Funktion.
Das Script zeigt die Rufnummern mit sämtlichen Zugehörigkeiten an und kann diese auch nach XML oder HTML exportieren.

 
 

ÜBERSICHT
A script to list all used numbers in a Lync deployment

SYNTAX
.\Get-AssignedLineURI.ps1
[-ShowSummaryInShell] [-CreateHTMLOutput] [-ListAsGridView] [-SaveToXml]
[-GridviewFromXML] [-SplitExt] [-LicInfo] [[-Path] ]
[[-outputfileXML] ] [[-inputfileXML] ] []

BESCHREIBUNG
„Get-AssignedLineURI.ps1“ is a script to get a overview over deployed
identeties in a Lync 2013 deployment.
You can great a brief summary in the powershell window or create a
complete dump to HTML
If you run the script without any parameters, nothing will happen
Read the Notes (get-help .\Get-AssignedLineURI.ps1 -full) for a version
history, and a list of general warnings

—————————————————
Created by Lasse Nordvik Wedø – All rights reserved
—————————————————

This script is one of the lyncnumbers.net project. Please visit our
website for more information on the script, and updates

In Aktion:

Get-AssignedLineURI
Get-AssignedLineURI

IIS, Apache, Nginx: SSL Hardening angelehnt an FIPS 140-2

SSL Lock

Changelog

  • 13. Jan 2015 – Apache DH Parameter werden in SSLCertificateFile definiert

Abgesehen von der stetigen Implementierung von Sicherheitspatches in das System, gibt es immer wieder Kleinigkeiten zu beachten.
Ich entscheide mich zugegeben relativ spät für einen Artikel zum Thema SSL Hardening, der Aufschrei verklang in den letzten Wochen ja zunehmend, dennoch…
 
 

Handshakes mit SSL nach FIPS 140-2 mit Nginx
Abbildung 1: Handshakes mit SSL nach FIPS 140-2 mit Nginx
Ich richte mich bei der Konfiguration nach FIPS 140-2, so schließe ich etwa SSL bis einschließlich v3 und diverse Cipher wie RC4 aus. Kompatibilität bietet anstatt RC4 der Cipher CBC.
Trotzdem besteht eine Kompatibilität zu beinahe allen Browsern, die noch Verwendung finden. Der Ausreißer aus Abbildung 1 ist keine wirkliche Überraschung…
Für Linux gilt, dass OpenSSL zu diesem Zeitpunkt mindestens in Version 1.0.1c vorliegt (zu überprüfen mit „openssl version“).
Nginx sollte in jedem Repository bereits eine Version höher 1.0.6 erreicht haben („nginx -v“).
Ein Apache Web-Server muss ab Version 2.4.7 installiert sein („apache2 -v“).

Nginx

Zuerst für den Diffie Hellman Schlüsselaustausch über 2048bit folgende Datei erstellen:

openssl dhparam -out /etc/nginx/dhparam.pem 2048

Anschließend die Site-Konfiguration ändern:

server {
        [...]
        ssl on;
        ssl_dhparam /etc/nginx/dhparam.pem;
        ssl_certificate path-to.crt;
        ssl_certificate_key path-to.key;
        ssl_session_cache    shared:SSL:10m;
        ssl_session_timeout  10m;
        ssl_protocols TLSv1 TLSv1.1 TLSv1.2;
        ssl_prefer_server_ciphers on;
        ssl_ciphers !aNULL:!eNULL:FIPS@STRENGTH;
        [...]

Mit obiger Konfiguration überlässt der Besucher Nginx die Auswahl des Ciphers, die Auswahl erfolgt von stärkster Methode an absteigend. Timeout und Cache werden auf 10m reduziert.

IIS

Nach langem Zögern und Hadern entscheide ich mich für die GUI-Methode, werde dafür aber etwas genauer. Ich finde es schade, dass das kleine Tool in meiner Umgebung relativ lange verborgen blieb:

IIS Crypto, SSL Hardening
Abbildung 2: IIS Crypto
Für den IIS ab Windows Server 2003 (-2012 R2) empfehle ich das Tool IIS Crypto. Aber Vorsicht: Benutzer des Windows Servers in Version 2003, müssen sich vorab eines Patches bedienen, um überhaupt AES als Cipher verwenden zu könnnen. Weiterhin unterliegen sie der Einschränkung, die Cipher nicht manuell anordnen zu können.

Einigen dürfte der über die „Local Security Policy“ einstellbare Wert „System cryptography: Use FIPS compliant algorithms for encryption, hashing, and signing“ ein Begriff sein.
Die Funktion triggert den DWORD32 Eintrag „Enabled“ in „HKLM\System\CurrentControlSet\Control\Lsa\FIPSAlgorithmPolicy“ auf 1. Eine hilfreiche Funktion, wenn wirklich das ganze Betriebssystem von der FIPS-Richtlinie profitieren soll. Allerdings ist der Modus sehr weitreichend und wird selbst von Microsoft nur bedingt empfohlen, da es zu einigen Einschränkungen kommt.

Der IIS Crypto liegt ebenso in einer Command Line Version vor, in beiden Fällen in .Net 2.0 sowie 4.0. Änderungen, die hiermit erzielt werden, können mit Software wie regshot eingefangen- und zu einem PowerShell-Script umgeschrieben werden. Das erwähnt, dürften auch die Scripter zufriedengestellt sein.

Apache2

Benutzer des Apache Web-Servers in Version 2, haben es je nach Konfiguration etwas schwieriger. Der vorhandene Schalter „SSLFIPS“ wird nur funktionieren, wenn Apache2 unter Verwendung einer FIPS SSL-Bibliothek gebaut wurde. Darauf verzichte ich jedoch und biete eine Konfiguration an, die ähnlich den obigen ist.
Zuerst für den Diffie Hellman Schlüsselaustausch über 2048bit folgende Datei erstellen:

openssl dhparam -out /etc/apache2/dhparam.pem 2048

Der Inhalt der Datei „/etc/apache2/dhparam.pem“ wird an das Ende des SSL-Zertifikates angehangen. Etwa:

cat /etc/apache2/dhparam.pem >> /etc/apache2/ssl/www.crt

Apache 2.4 extrahiert DH-Parameter wie auch alle Informationen zur Zertifikatskette aus einer Datei.

In der Datei „/etc/apache2/mods-enabled/ssl.conf“ (Ubuntu/Debian) ändere oder füge ich Folgendes hinzu:

SSLProtocol all -SSLv2 -SSLv3
SSLCompression off
SSLHonorCipherOrder on
SSLCipherSuite "EECDH+AESGCM EDH+AESGCM EECDH EDH RSA -CAMELLIA -SEED !aNULL !eNULL !LOW !MD5 !EXP !PSK !SRP !DSS !RC4"

Anmerkungen

Ein Hinweis zum Zertifikat der Certification Authority (CA): Einige Benutzer neigen dazu, die Zertifikate zu vereinen. Etwa das öffentliche Zertifikat der CA und das privat ausgestellte Zertifikat, wie auch in meiner eigenen Konfiguration.
SSL Test-Anwendungen wie „ssllabs.com“ weisen auf den untypischen Zustand hin, einen Einfluss auf die Sicherheit hat es jedoch nicht. Es ensteht unwesentlich mehr Netzwerkverkehr, wohl etwa 1kB.

Abschließend lässt sich noch sagen, dass es sich bei den Empfehlungen – wenn man es denn so nennen kann -, die ich in diesem Artikel beschreibe, nicht um absolut FIPS 140-2 konforme Einstellungen handelt. Aber wer würde sich bei sowas auch auf einen Blog verlassen…
Jedoch resultiert eine sichere Konfiguration, die weit enfernt von paranoid und somit hoch-kompatibel bleibt.

Workaround für Event ID: 41029 – Es besteht keine Verbindung mit Lync Web App

Changelog

  • 11. Juli 2014 – Falscher Port, gefixt.

Das Problem, das sich hier aufzeigt, ist Folgendes:
Auf jedem konfigurierten Lync Front-End 2013 Server, wird der Data MCU alle 30 Minuten versuchen, die „Lync Web App Reach URL“ der externen Web-Dienste zu triggern.
Die Verwendung des FQDN steht hierbei im Widerspruch zum hinterlegten externen Zertifikat des Dienstes.
Außer der Methode, den FQDN dem externen Zertifikat hinzuzufügen, beschreibe ich daher folgendes Workaround via Aufgabenplanung und PowerShell Script.

Das Script triggert den Aufruf der URL, ignoriert hierbei den – logischerweise – fehlenden Namen im Zertifikat und startet den Dienst erfolgreich.
Einmal gestartet, bleibt der Dienst aktiv, weshalb der Aufruf des Scripts nach dem Bootvorgang ausreichend ist.

Fehlerbeschreibung aus eventvwr.msc: Event ID 41029, LS Data MCU:

Es besteht keine Verbindung mit Lync Web App. Betroffene Webbrowserclients können die Webkonferenzmodalität nicht verwenden.

FQDN des Servercomputers: fqdn-frontend.domain.local, Port: 8061
Servertyp: External-WebApp-Edge [HTTP side error:Die zugrunde liegende Verbindung wurde geschlossen: Für den geschützten SSL/TLS-Kanal konnte keine Vertrauensstellung hergestellt werden..]
Wenn das Problem fortbesteht, wird dieses Ereignis nach 20 Minuten erneut protokolliert
Ursache: Möglicherweise ist der Dienst nicht verfügbar, oder die Netzwerkkonnektivität wurde unterbrochen.

Nach Ausführung des Scripts:

Die Verbindung mit Lync Web App wurde erfolgreich hergestellt.

FQDN des Servercomputers: fqdn-frontend.domain.local, Port: 8061
Servertyp: External-WebApp-Edge

Das Script

Selbstverständlich ist der Servername noch abzuändern.

[System.Net.ServicePointManager]::ServerCertificateValidationCallback = {$true}
$web = New-Object System.Net.WebClient
$web.DownloadString("https://fqdn-frontend:4443/Reach")

Der Aufruf in der Aufgabenplanung, wobei das Script in „c:\lync_scripts“ unter dem Namen „trigger_reach.ps1“ abgelegt ist:

Powershell.exe -ExecutionPolicy Bypass c:\lync_scripts\trigger_reach.ps1 -RunType $true -Path c:\lync_scripts